Girokonto ohne Schufa
Mit Schufa und ohne Freiheit
Jeder deutsche Staatsangehörige, der (auch unverschuldet) durch wirtschaftliche Bedrängnisse Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen konnte, sieht sich in der Bundesrepublik mit einer unangenehmen Situation konfrontiert. Gleiches gilt für jeden Kreditnehmer. Oder auch jeden Menschen, der einem Gerichtsvollzieher mitteilte, noch einmal von vorne anzufangen (eidesstattliche Versicherung).
Die Rede ist davon, dass alle Vorkommnisse wie oben genannt von der sogenannten Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (Schufa) protokolliert sind. Will nun ein deutscher Staatsangehöriger, der völlig natürliche Lebenskrisen finanzieller Art durchlebte, weiterhin völlig normal am Leben teilnehmen, wird ihm dies erst einmal verwehrt. Zahlungsverkehr mit Plastikkarten oder bestimmte Kaufverträge (Kauf auf Rechnung) werden ihm verunmöglicht, sobald bestimmte Händler und Banken von der Schufa über seine “negative Bonität” erfahren.
Selbst ein Girokonto ohne Schufa ist in Deutschland nicht möglich. Oder doch? Einerseits gibt es sicherlich das sogenannte “Konto für Jedermann”: Jeder Deutsche, der mitunter ohne persönliches Verschulden von der Schufa gebrandmarkt wurde, würde tatsächlich in jeder Bank ein schufafreies Konto, nämlich das sogenannte “Mindestkonto” erhalten. Rein auf Guthabenbasis wird dies erlaubt und mit einer Kundenkarte ausgestattet, die nur für Barabhebungen an Geldautomaten im direkten Wohnumkreis programmiert ist. Andererseits gibt es auch deutsche Firmen, die über das Internet arbeiten und ein schufafreies Girokonto anbieten.
Ohne Schufa und gegen Gebühren
Auch die Firma “Wirecard” in München bietet ein solches Girokonto ohne Schufa an. Online kann der Kunde einen Antrag stellen und erhält dann im Post-ident-Verfahren alles Weitere. Die Kontoeröffnungsgebühr von diesem Konto ohne Schufa beträgt einmalig 39,- EUR, monatliche Kontoführungsgebühren sind 9,90 EUR. Jeweils eine Kreditkarte auf Guthabenbasis der Firma VISA und Maestro werden mitgeliefert, pro Barabhebung mit diesen Karten wird generell eine Gebühr von 5,00 EUR berechnet. Das “Girokonto ohne Schufa”, duldet dennoch unvereinbarte Überziehungen zu einem Zinssatz von 18,75 Prozent. Vereinbarte Überziehungskredite haben Zinsen in Höhe von 14,50 Prozent. Jeder Dauerauftrag wird mit 5,00 EUR berechnet. Dieses Konto ohne Schufa verzichtet auf eine sonst übliche Bonitätsabfrage und auf die Vorlage eines Einkommensnachweises. Sollte jemand, der die Schufa meidet und daraufhin ein solches Konto eröffnet, zu einem Guthabenstand von bis zu 1,5 Millionen EUR kommen, garantiert die Firma Wirecard bis zu einer solchen Vermögenshöhe vollständige Einlagensicherung. Wirecard betreibt eine aktive und funktionsfähige Bankfiliale im bekannten Internetportal “Second Life”.
Die Schufa gibt es nicht im Ausland
Ohne Frage ist es für jeden Deutschen meist problemlos möglich, im grenznahen Ausland ein Konto ohne Schufa zu eröffnen und so auch in Deutschland wieder mit einer Karte zahlen zu können. Gleichzeitig steht ihm so auch wieder ein Girokonto, wenn auch ohne Schufa, für Gehaltseinzahlungen zur Verfügung. Den deutschen Behörden ist es, wie allgemein bekannt, lediglich erlaubt, nur die Kontodaten deutscher Konten abfragen (auch wenn diese bei der Firma Wirecard geführt werden), jedoch nicht die entsprechenden Daten jener Deutschen, die ihre (auch und gerade finanzielle) Privatsphäre im Ausland durch ein Konto ohne Schufa in Sicherheit gebracht haben.
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