Immobilienkredit
Geliehenes Geld, um zu bauen
Bei einem Immobilienkredit (auch Baukredit oder Hauskredit) handelt es sich um eine Bankfinanzierung, die langfristig orientiert ist. Damit der Kreditgeber eine Sicherung für seine Forderung erhält, wird im Grundbuch des Kreditnehmers ein sogenanntes Grundpfandrecht benannt – dies entspricht der Höhe des Darlehens. Dass ein Immobilienkredit gewährt wird, sagt zunächst nichts darüber aus, wofür der Kreditnehmer das Geld auch tatsächlich ausgibt. Es kann eine Immobilie damit gekauft, umgebaut, saniert werden – aber auch eine Umschuldung oder andere Zwecke kommen infrage.
Ein Immobilienkredit kommt nicht ohne Nebenkosten aus: An die Bank müssen noch Bearbeitungskosten gezahlt werden, auch Bereitstellungszinsen. An Dritte ergehen Notar- und Grundbuchgebühren und die Gebühr für die Gebäudeversicherung. Nach welchen Merkmalen werden Immobilienkredite vergeben? Die Identität des Antragstellers (auch seine Bonität und Einkommenssituation) sowie der Zweck der Darlehensaufnahme werden eindeutig geklärt, ein Gutachten über Wert, Bausubstanz und Lage gefertigt.
Der eigene Hausbau – und jahrzehntelange Raten
Die häufigste Art eines Immobilienkredits ist der Festzinskredit. Ein bestimmter Zinssatz wird über einen vereinbarten, längeren Zeitraum sozusagen “eingefroren”. Der Name für diesen Zeitraum lautet: Festschreibungszeit oder Zinsbindungsfrist. Fünf, zehn oder fünfzehn Jahre kommen hier infrage – in allen Fällen entspricht die Festschreibungszeit jedoch nicht der Laufzeit des Darlehens: Diese kann bis zu 30 Jahre betragen. Ist diese Festschreibungszeit abgelaufen, ergeht von der Bank das Angebot für eine neue Periode dieser Art. Während einer Festschreibungszeit darf der Kredit nicht gekündigt werden. Aufgrund dieser Langfristigkeit besteht die unbedingte Pflicht des Verbrauchers darin, sich vorher ausgiebig über entsprechende Dienstleister zu informieren – etwa über das Internet.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, einen Immobilienkredit mit einer Lebensversicherung zu kombinieren. Das heißt: Gleichzeitig mit der Auszahlung der Kreditsumme wird eine Kapitallebensversicherung bzw. eine fondsgebundene Lebensversicherung abgeschlossen. Der Kunde zahlt die Darlehenszinsen genauso wie die Prämien der Versicherung. Nach der Versicherungslaufzeit kann die angesparte Summe ausgezahlt werden und tilgt den Baukredit. Auch lässt sich ein Bausparvertrag mit einem Hauskredit verbinden: Zunächst wird ein Betrag über einen vereinbarten Zeitraum lang angespart. Dieser Betrag wird um einen Kredit derselben Höhe erhöht. Aus beiden Geldmitteln setzt sich dann die Finanzierung der Immobilie zusammen. Höchstens 100.000 EUR an Darlehen für Eigenheime oder Eigentumswohnungen gewährt die Kreditanstalt für Wiederaufbau bei einem Eigenfinanzierungsanteil von bis zu 30 Prozent.
Warum Banken gerne Gebäude finanzieren
Die Finanzierung von Immobilien gilt generell als Kreditgeschäft mit den geringsten Risiken für einen Kreditgeber (geringes Forderungsausfallrisiko). Denn: Die Darlehen sind stets materiell abgesichert, ob über eine Grundschuld oder Hypothek. Sollte es jedoch zur Einlösung der Grundschuld (also zur Zwangsversteigerung der Immobilie) kommen, heißt dies nicht, dass dieser Erlös die Verpflichtungen des Schuldners gegenüber dem Gläubiger vollständig begleicht.
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