Kostenloses Firmenkonto

“Kostenlos” lässt um Aufmerksamkeit bitten

Gelungene Werbung trennt zwischen Werbetext und Produkteigenschaft. Letzteres ist eher selten Gegenstand von Produktnamen oder Anpreisungen. Ein gelungenes Beispiel für dieses werbetheoretische Axiom ist die Wortkombination “kostenloses Firmenkonto”. In dieser Anpreisung ist von einem Grundbedürfnis der westlichen Zivilisation die Rede, seit es Geld gibt: Nämlich dieses genau nicht gebrauchen zu müssen. Ein “Hingucker” ist stets garantiert, wenn in der Werbung einfach die Existenz eines menschlichen Grundbedürfnisses auch nur erwähnt wird. Dass eine solche Erwähnung grundsätzlich nichts mit dem beworbenen Produkt zu tun hat, versteht sich von selbst.

Von Gerüchten im Internet

Ein Firmenkonto Vergleich bietet sich nun an: Zwei Produkte werden gelegentlich auf Internetseiten, die nichts mit den jeweiligen Anbietern zu tun haben, als “kostenloses Firmenkonto” beworben. Es geht um die Deutsche Skatbank sowie die Deutsche Post AG. Beide Firmen benutzen die Bezeichnung “kostenloses Firmenkonto” an keiner Stelle.

Es nicht zu nutzen, kostet nichts

Die Deutsche Skatbank nun preist ein Girokonto an mit dem Namen “TrumpfKonto Business” an (um den intendierten Firmenkonto Vergleich nun zu beginnen). Jede Online-Buchung kosten 10 Cent. Sammelüberweisungen online ebenfalls 10 Cent pro Einzelposten. Buchungsbelege kosten 2,– Euro. Die selbstverständliche Bankkarte, mit der jedoch keine Kartenzahlungen möglich sind, kostet pro Jahr 5,– Euro. Diese Karte kann an den Geldautomaten der Volksbank/Raiffeisenbanken ohne zusätzlich berechnete Gebühren über das Konto in bar verfügen, geht es jedoch um Geldautomaten Dritter, beträgt die Gebühr für Barauszahlungen dieser Art 5,- Euro, wenn nicht sogar fallweise 10,- Euro. Ist man im Haben, dankt die Skatbank mit 1 Prozent Guthabenzinsen, gerät man ins Soll, bekommt man es mit einem Zins zugunsten der Firma in Höhe von 17,75 Prozent zu tun.

Fährt man nun mit dem Firmenkonto Vergleich fort, so gelangt man zum Girokonto der Postbank (welche dies an keiner Stelle als “kostenloses Firmenkonto” bezeichnet). Gemäß der Vertragsbedingungen über den Abschluss eines Firmenkontos wird Folgendes deutlich: Ein kontinuierliches Guthaben von 10.000 Euro überzeugt die Postbank dazu, dem Kontoinhaber keine Kontoführungsgebühren zu berechnen. Wer jedoch dauerhaft nur mit 5.000 Euro im Guthaben ist, hat es nicht ganz so gut. Er muss sich nämlich monatlich der Kontoführung mit 5,90 Euro beugen. Die Alternative wäre, nicht um die 5.000 Euro besorgt zu sein, sprich diesen pekuniären Überschuss anderswo als auf einem Postbank-Konto anzulegen und als Folge mit 9,90 Euro monatlich der Postbank für ein solches Konto zu danken. Ab der elften Überweisung im Monat zahlt man für eine solche Handlung 0,09 Euro. Und die Printbelege über den Umsatz sind pro Stück noch nicht ganz einen Euro wert (0,95 Euro).